meine PV
Um mal etwas Bewegung in die Restaurierung zu bringen, schreibe ich ab jetzt in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen über die Fortschritte der Arbeiten an meiner Primavera.
Ist eine deutsche Vespa 125 Primavera, Bj. 1976.
Nachdem ich diesen Roller ursprünglich an CH vermittelt hatte, er sie in Köln gekauft und nach Hamburg überführt hatte, habe ich sie Ende ‘04 nach Köln zurückgeholt. Dort stand sie erstmal eine Weile rum, bevor ich sie Anfang ‘06 angefangen habe zu zerlegen. Alles in der Werkstatt von Schwiegervater Günther in GM.
Der Zustand war recht mies: Durchrostungen an Trittblechen und Traversen, diverse Kaltverformungen des Beinschilds und der Kotflügel, sowie die Spuren einer gewaltvollen Fußbremshebel-Revision. Über den Motor kann ich bisher nur soviel sagen, dass er original ist und dreht.
Für die Blecharbeiten am Trittbrett habe ich mir ein Reparaturblech besorgt. Das hat die Traversen gleich mit dran, ist aber von der Passgenauigkeit eher schlecht. Ausserdem sind diese Bleche für die älteren Schmalrahmenmodelle mit kurzem Radstand, also ca. 1,5 cm zu kurz. Daher habe ich nur den vorderen Teil verwendet, zumal das Original-Trittbrett im hinteren Bereich noch ok war.
Mit dem Schweißpunktbohrer habe ich das alte Blech von Rahmen getrennt und vorne bis auf den Übergang zum Austauschblech entfernt. Das Loch für das Fusspedal hab ich extra flicken müssen. Danke an Günther für’ s Autogen-Schweissen, der kann so was. Alle überflüssigen Löcher in der Karosserie habe ich bei der Gelegenheit auch zugemacht.
Als nächstes geht sie zum Sandstrahlen, damit ich mit den Lackiervorbereitungen anfangen kann. Auf den Lack muss ich noch sparen, der soll richtig gut werden. Daher erstmal eine Zwangspause.
In der Zwischenzeit habe ich mir einen Arbeitsplatz im Haus eingerichtet, da kann ich jetzt in Ruhe arbeiten und auch mal was liegen lassen, wenn es länger dauert… Und das scheint ja so …
Sept 07: Es geht weiter. Mittlerweile habe ich den Rahmen vom Sandstrahlen zurück. Ich habe ihn nur teilweise strahlen lassen; Originallack ist die beste Grundierung, habe ich gedacht. Im Nachhinein würde ich das nicht nochmal so machen. Egal.
Mein persönliches Waterloo war dann das Verzinnen der geschweissten Stellen. Auch diese Arbeit werde ich mir nicht wieder machen. Jetzt ist er fertig zum Grundieren.
Die Gabel, Bremsankerplatte mit Staubscheibe und Fussbremshebel sowie die Bremstrommeln lasse ich pulverbeschichten.
Einen riesen Dank an Herbert, der meine PV lackieren will. Die Grundierung ist schon drauf, jetzt heißt es: spachteln, schleifen, spachteln, schleifen, spachteln, schleifen…
Und das Ergebnis nach neun Stunden Arbeit ist auf den Bildern kaum zu sehen. Darauf erst mal ein Bier.
… Dez 07:
Die Gabel ist jetzt komplett überholt und fast bereit für den Einbau. Leider gestaltet sich das mit der Lackierung langwieriger als erhofft…
Mittlerweile habe ich auch einige Teile zusammen, die den Motor optimieren sollen. Ich hoffe, das wird auch das gewünschte Ergebnis bringen. Die Fussdichtung von “stahlfix” und den Polini habe ich schon länger hier rumliegen. Der bekommt die übliche Behandlung durch Abdrehen, Öffnen der Überströmer, Veränderung der Steuerzeiten durch Höhersetzen, etc. Kolben will ich erstmal den original Polini nehmen, mal sehen wie weit ich mit der Auslassbreite gehen kann. Als Kopf den angepassten Malossi vom Worb.
Ach so, sonst liegen hier noch das GSF- Repkit für die Primär, ein Gangrad kurzer Vierter von DRT und diverse hochwertige Lager unter anderem das NU1005, das ist ein teilbares Rollenlager für die ETS Rennwelle, die in den Motor implantiert wird. Die Ele-Zündung und die XL2 Kupplung sollen auch nicht unerwähnt bleiben. Als Vergaser kommt der 28er PWK von stage6 auf einen selbstgebauten Ansaugstutzen.
Ich bin vor allem gespannt, wann ich das alles machen will, denn im Moment habe ich leider kaum Zeit. Aber der Winter ist ja auch noch lang… stay tuned
… März 08: Es geht endlich weiter. Heute habe ich den Rahmen vom Lackieren zurückbekommen. DANKE Herbert. Ist wirklich klasse geworden. Die Farbe ist RAL 7006: Beigegrau. Bin gespannt wie sie mit allen Anbauteilen aussieht.
Der Motor ist nach einigen Pannen beim Glasperlstrahlen immer noch nicht wieder da. Nicht zu fassen, aber er ist scheinbar “verloren gegangen” zusammen mit dem Kupplungsdeckel für die XL2 Kupplung! Ich werde zwar Ersatz bekommen, trotzdem sehr mysteriös das Ganze. Dafür habe ich mich in der Zwischenzeit entschieden, auf Membran umzubauen. Die ETS Welle habe ich von Stefan “Kabaschoko” zur Membranwelle umarbeiten und wuchten lassen. Sehr saubere und schnelle Arbeit! Messerscharf das Ding. Seht selbst.
Während ich immer noch auf das Motorgehäuse warte, habe ich schon mal einige Anbauteile montiert. Das ist eigentlich die schönste Arbeit bei der Restauration. Aber immer gut aufpassen, das der neue Lack nicht zerkratzt. Das im Hintergrund ist übrigens meine Tiki-Bar. Kommt auch bald wieder zu Geltung.
Endlich: Der Motor ist da. Sieht ganz gut aus, ich weiß nur nicht was der Klumpen Kaltmetall auf der großen Hälfte soll, das Gehäuse ist an dieser Stelle völlig unberührt. Nachdem ich die Drehschieberdichtfläche gesehen habe tut es mir auch nicht leid sie jetzt gleich weg zu fräsen. Ich muss da jetzt sofort dran.
Der Zylinder muss 2,7mm höher gesetzt werden, um auf die anvisierten Steuerzeiten von 128/188 zu kommen. Dazu ist er oben und unten abgedreht worden und der Auslass öffnet 1mm höher. In Verbindung mit der Fußdichtung von 5,3mm kommt das ziemlich gut hin. Ich will ja Originalkolben fahren, daher nur 64% Auslassbreite. Den Kolben habe ich am Boostport auch geöffnet. Quetschkante liegt bei 1,3mm, vielleicht gehe ich damit noch runter, mal sehen.
Oktober 08: In der Zwischenzeit ist leider wieder mal nicht viel passiert. Der Motor ist mittlerweile zusammen, es gab noch etwas Schwierigkeiten beim Kupplungsdeckel, den der Vorbesitzer des Blocks wohl mit M8 Schrauben befestigt hatte. Ich habe lange gesucht und schließlich Gewindeeinsätze M8 auf M6 gefunden, die ich mit Schraubensicherung eingesetzt habe. Hält und dichtet perfekt.
Außerdem habe ich mir noch die Vespatronic geleistet. Musste einfach sein, ging nicht anders. Tja, jetzt warte ich eigentlich nur noch auf den Rap, wie hier beschrieben.
Der Auspuff ist da und wie ich finde wirklich saubere Arbeit. Mein Dank geht an Kai und Marco. Er passt auf Anhieb und macht ordentlich Krach. Ob er auch was nützt, zeigt sich, wenn ich mit der PV auf der Rolle war. Allerdings musste ich die XL2 Kupplung wieder raus schmeißen, da sie sich nicht trennen ließ. Jetzt fehlt mir der Kupplungsdeckel, der beim Strahlen verloren ging. Mist. Hier ein paar Bilder:
Fertig.
Also fast.
Naja, heute (29.03.2009) war ich jedenfalls das erste Mal auf der Strasse und was soll ich sagen, bin total froh, dass sie endlich läuft. Habe zwar zwecks Legalisierung erst mal den Original PV- Auspuff (Danke Chris!) montiert und das Hinterrad gewechselt, aber das wird bei nächster Gelegenheit geändert. Jetzt soll sie erstmal zugelassen werden und sobald wie möglich auf die Straße.




























































